MAUERPARK-ALLIANZ

Lärmdemo gegen Neubau-Krach

Wieviel Autos haben die Menschen, die in den geplanten über 700 Wohnungen des Quartiers am Mauerpark leben könnten und: Wo sollen die alle parken bzw. wie in ihr Quartier fahren? Die Gegner der Mauerpark-Bebauung rufen zur Lärm-Demo und bitten zudem um Klage-Unterstützung.

Zeitung Prenzlauer Berg Magazin
Nadelöhr Gleimtunnel: Gegen die Mehrbelastung durch den Verkehr des geplanten Mauerpark-Quartiers organisiert die Mauerpark-Allianz eine Lärmdemo. Foto: al

Das Vorhaben, im nördlichen Mauerpark 709 neue Wohnungen als Mix aus Luxus-Eigentum, Genossenschaft und Studenten-Wohnungen zu errichten, wird das Abgeordnetenhaus von Berlin nach der Sommerpause in diesem Monat beschäftigen. Gegen den ausgelegten Bebauungsplan hatte es zahlreiche Einwendungen gegeben, auch von prominenten Experten. Wie mit diesem zu verfahren ist, was letztlich an den Plänen zu korrigieren ist, darüber sollen die Berliner Politiker nun entscheiden. Die Allianz der Mauerpark-Gegner hatte nicht nur Einwendungen gegen den Plan vorgelegt, sie strebt auch ein Bürgerbegehren gegen die Bebauung ähnlich dem Volks-Entscheid zum Tempelhofer Feld an. In einem ersten Eilverfahren war dies gescheitert, nun soll eine Hauptklage vor dem Verwaltungsgericht die direkte Demokratie durchsetzen. Dafür, und um die bisher angefallenen Kosten für Anwalt und Gericht bezahlen zu könnnen, bittet die Mauerpark-Allianz um Spenden.
Und macht weiter mit ihrem Protest: Am 12. September soll eine Lärm-Demo auf den zu erwartenden Mehr-Verkehr durch das neue Quartier aufmerksam machen. Die Allianz: „Laut Bebauungsplan sind im geplanten Wohngebiet 35 oberirdische Stellplätze und „knapp“ 300 Stellplätze in Tiefgaragen vorgesehen. Dagegen stehen 709 geplante Wohnungen. Das bedeutet, dass nicht einmal zu jeder zweiten Wohnung ein Stellplatz für ein Auto vorhanden ist. Der Rest muss sich dann im Brunnenviertel einen Platz suchen, da das Gleimviertel eine Parkraumbewirtschaftung betreibt.“ Verstopfte Straßen im Brunnenviertel seien die Folge. Die Allianz weiter: „Offen ist auch, ob es bei den prognostizierten zusätzlichen 1.565 Fahrten pro Tag, verursacht durch die künftigen Bewohner, bleibt? Diese kommen dann zu den bereits im Jahre 2009 ermittelten 8.600 Autos pro Tag hinzu, die bereits damals täglich den Gleimtunnel passierten.“
Gerade der Gleimtunnel als verkehrliches Nadelöhr sei durch das Mehraufkommen stark belastet. Schließlich ist zwischen dem Tunnel und der Gleimoase die Anbindung des geplanten Wohngebietes über einen Kreisel vorgesehen. „Bereits jetzt gibt es zu besonders stark frequentierten Zeiten einen Rückstau in den Tunnel: Wie sieht es dann mit den Abgasen aus, die die Fußgänger einatmen?“ fragt die Mauerpark-Allianz.
Die Lärmdemo soll auf die Problematiken des Mehr-Verkehrs aufmerksam machen. Sie beginnt am 12. September, 14 Uhr am Vinetaplatz in Wedding und zieht durch den Gleimtunnel auf den Platz vor dem geplanten Baugelände im nördlichen Teil des Mauerparks. Organisatoren sind neben der Allianz stadtbekannte Initiativen wie „Hände weg vom Wedding“, „Kotti & Co“ und das „Jugendtheaterbüro Berlin“. Ein Kulturprogramm sorgt dafür, dass die Demo ein fröhlicher Protest wird.
-al- (September 2015)