MOBILITÄTS-PLÄNE

Bedürfnisorientierter Verkehr

Der Bezirk Pankow will ein Bezirk der nachhaltigen, bedürfnisorientierten Mobilität werden. Mit klaren Strategien soll es mehr sicheren Raum für die Menschen im Verkehr geben. Jetzt gibt es erstmal neue Lastenräder zum Ausleihen.

 

An Orten im gesamten Bezirk mit viel Publikumsverkehr stehen seit kurzem zehn neue Lastenräder zum Ausleihen. In Prenzlauer Berg an der Heinrich-Böll-Bibliothek, dazu an weiteren Stadtteilzentren und Bibliotheken im Bezirk Pankow, u.a. an der Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek in Weißensee und den Stadtteilbibliotheken Buch und Karow, der Kirchengemeinde Alt-Blankenburg und der Zukunftswerkstatt Heinersdorf. Die Lastenfahrräder können tageweise bis zu einer Dauer von drei Tagen ausgeliehen werden, gebucht werden können sie online.

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Rauf aufs Rad, mehr Sicherheit im Verkehr: Pankow will nachhaltig mobil werden. Foto: al

Die kommunale klimafreundliche Flotte parkt vor allem da, wo es noch Lücken im Lastenrad-Angebot gibt. Sie ist ein Kooperationsprojekt des Bezirks mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradklub. Ein kleiner Schritt hin zu einem nachhaltigen Mobilitätsbezirk, dem sich Pankow seit 2017 verschrieben hat. Wie es einer werden kann, dafür hat sich Pankow einen Mobilitätsbericht erstellen lassen. Die Studie zeigt neben dem Ist-Zustand auch die Bedarfe auf und bündelt sie in zehn Strategien. Der Mobilitätsbericht  entstand während eines mehrjährigen Forschungsprojektes und soll nun weiter geführt werden. Mit Korinna Stephan hat der Bezirk seit einigen Monaten zudem eine Mobilitätsbeauftragte. Ihr Job: Die Verkehrsplanung anhand der Studie strategisch neu auszurichten – und dabei vor allem die ämterübergreifende Zusammenarbeit zu steuern. Bereits jetzt, so der Bericht, sind die Pankowerinnen und Pankower größtenteils umweltfreundlich unterwegs. 81 Prozent aller Wege werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt. Doch gefährden andererseits Auto- und Schwerlastverkehr die Gesundheit. Vor allem Prenzlauer Berg und die City von Alt-Pankow sind stark von Luftschadstoffen wie Stickstoffdioxid und Feinstaub belastet. 40 Prozent der Einwohner:innen fühlen sich zudem von Verkehrslärm belastet. Was fehlt, sind sichere Wege für Fußgänger:innen und Menschen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind. O-Ton der Studie: „An manchen Stellen erschweren Mängel in der Infrastruktur jedoch die umweltfreundliche Mobilität, beispielsweise durch fehlende sichere Wege und Querungsmöglichkeiten, Schlaglöcher und Barrieren an Haltestellen.“

Wo also will der Bezirk nachhaltig hin? Fuß- und Radverkehr sollen mehr Straßenraum für mehr Sicherheit  erhalten. Ein recht kurzfristig zu schaffendes Modell sind die Kiezblocks: Neue, quartiersbezogene Verkehrskonzepte, die den Durchgangs-Verkehr aus Wohnstraßen leiten und die Fahrbahnen für Radfahrende sicherer machen. Damit einher geht die Umsetzung der Berliner Radverkehrsstrategie. Jüngstes Beispiel: nach einem Jahr Verzögerung soll die Stargarder Straße nun bis Jahresende zur Fahrradstraße werden – der Autoverkehr erhält eine Einbahnstraßen-Regelung.

Autoverkehr entschleunigen bzw. reduzieren, mehr sicheren Raum für die Menschen zu Fuß, Rad oder ÖPNV – laut Mobilitätsbericht gehört zu nachhaltiger Verkehrsplanung auch, mehr Grün- und Freiflächen in den einzelnen Stadtteilen zu schaffen.

-red-, Sept. 2021

Mehr zum Mobilitätsbericht: https://mobilbericht.mobilitaet.tu-berlin.de